Behandlungsbeginn

Der richtige Zeitpunkt für eine kieferorthopädische Behandlung hängt von der Art der Zahn- oder Kieferfehlstellung ab. Es gibt bestimmte Fehlstellungen (wie z.B. Kreuzbisse), die möglichst frühzeitig behandelt werden sollten. Manchmal ist es auch notwendig, wegen eines vorzeitig verloren gegangenen Milchzahns den Platz für den nachfolgenden bleibenden Zahn freizuhalten (mit einem sogenannten Platzhalter). Die meisten anderen Fehlstellungen werden idealerweise in der 2. Phase des Wechselgebisses (mit ca. 10 Jahren) therapiert.

Bei einem späteren Beginn kann die Behandlung schwieriger sein, mit modernen Behandlungstechniken kann man aber heute auch sehr gute Ergebnisse erzielen.

Ausführliche Diagnostik

Wenn eine kieferorthopädische Behandlung notwendig ist, wird ein Termin für eine ausführliche Untersuchung vereinbart. Gesicht, Gebiss und Muskulatur werden genau untersucht, Abdrücke von den Zähnen genommen, Röntgenaufnahmen und digitale Fotos angefertigt und ausgewertet.

Anhand dieser diagnostischen Befunde kann eine genaue Diagnose gestellt und die Therapie exakt geplant werden. Dieser Behandlungsvorschlag wird ausführlich erläutert und besprochen und dient als Leitlinie für die weitere kieferorthopädische Therapie und ermöglicht eine systematische Behandlung mit klaren Zielen.
Im Anschluss daran wird die Behandlung mit dem Einsetzen der ersten Spange eingeleitet.

Herausnehmbare Spangen

Davon gibt es ganz verschiedene! Welche Art von Spange zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Gegebenheiten ab: Art der Zahnfehlstellung, Stand des Zahnwechsels und Etappenziel, das mit der Spange erreicht werden soll. Manchmal macht es auch Sinn, die Apparatur im Laufe der Behandlung zu wechseln. Beispiele für unterschiedlichen herausnehmbaren Spangen sind: aktive Platten, die der Patient oft selber nach Anweisung verstellen muss, Retentionsplatten, die gegen Ende der Behandlung die Zähne stabilisieren. Die Kieferlage kann durch funktionskieferorthopädische Geräte wie Aktivator, Teuscher oder auch Vorschubdoppelplatten oder Rückschubdoppelplatten korrigiert werden. Auch der Bionator gehört zu dieser Gerätegruppe, der auf die Körperhaltung und die umgebende Muskulatur harmonisierend wirkt.

Feste Spangen

kommen im allgemeinen zum Einsatz, wenn keine Milchzähne mehr vorhanden sind und die Zähne exakt in ihre Idealposition bewegt werden sollen. Auch hier gibt es unterschiedliche Systeme, wie z.B. komfortable Minibrackets, ästhetische zahnfarbene Brackets oder das selbstligierende Damon-System.

In besonders schwierigen Fällen können Apparaturen eingesetzt werden, die unabhängig von der Mitarbeit ihre Wirkung tun wie z.B. die , der Flex Developer oder das Herbst Scharnier.

Strahlenfreie Kiefervermessung

Wir verwenden noXrayCeph zur Kiefervermessung. Dieses Verfahren erstellt eine detailgetreue Abbildung des Kiefers und der Zähne, ohne belastende Strahlen.

Begleitende Prophylaxe

gerade in der Zeit, in der eine Feste Zahnspange getragen wird, bedarf es einer besonders sorgfältigen Mundhygiene. Dies kontrollieren wir regelmäßig und versuchen – wenn nötig – auch immer wieder zu motivieren, sich in dieser Behandlungsphase genügend Zeit für die Zahnpflege zu nehmen. Den Bereich um die Brackets herum können wir mit einem speziellen Versiegelungslack, der sogenannten Bracketumfeldversiegelung, zusätzlich schützen. Bei einer professionellen Zahnreinigung können auch für den Patienten schwer zugängliche Stellen perfekt gereinigt werden.

Retainer

Um das Behandlungsergebnis lange Jahre zu stabilisieren, empfehlen sich sogenannte Retainer. Das sind dünne Drähtchen, die komfortabel an der Innenseite der Zähne befestigt werden.